Lemmie Städtischer Friedhof
Die Bestattung ihrer Toten hat die Menschheit schon seit Jahrhunderten beschäftigt, und von einzelnen Gräberfeldern in unserer Region bis zur Anlage von Kirchhöfen nach Einführung des des Christentums sind viele Jahre vergangen.
Der Lemmier Friedhof hat nur eine 150-jährige Geschichte. Da die Lemmier zum Kirchspiel Gehrden gehörten - und sie keinen eigenen Friedhof hatten - lag es nahe ihre Toten in Gehrden auf dem Friedhof zu begraben. Als die Gehrdener ihren Friedhof nach außerhalb verlegten blieb den Lemmiern gar nichts anderes übrig - wollten sie nicht weiterhin ihre Toten nach Gehrden transportieren - einen eigenen Friedhof einzurichten.
Hierzu wollte auch die Kirche befragt werden. Der Klerus stelle seine Bedingungen um den Einfluß über die Bestattungen und deren Form zu bestimmen. Totengräber und Totenfrau stellte der Kapellenvorstand an und bestimmte auch die Kosten des Begräbnisses.
Die Verwaltung des Friedhofes ging später auf die Interessenschaft über. Der Friedhof wurde durch Abfindungsvereinbarung der Gemeinde Lemmie übertragen, deren Rechtsnachfolger die Stadt Gehrden ist.
Auszug aus dem Verkopplungsrecess von 1854:
- unter "Benutzung der reservierten Gemeindeplätze steht: Der zum Todthof ausgesetzete Platz ist 71 Quadratruten groß, ist bereits zu seiner Bestimmung eingeweiht, mit Ausnahme von etwa 15 Quadratruten, welche außerhalb der Befriedung am östlichen Ende des Schulgartens liegenblieben, vorläufig der Schule verpachtet sind, und solange reserviert bleiben sollen, bis etwa ein Bedürfnis zur Vergrößerung des Todtenhofes sich herausstellt."
- unter "Abgang der zu gemeinsamen Zwecken vorzubehalten Räume steht: Außerdem haben sich die Interessenten und zwar die von Heimburgschen, jetzt von Hattorfschen Höfe, 8 Quadratruten, der Köthner Nolte 0,5 Quadratrute, jeder andere Interessent, einschließlich der Schule, 1 Quadratrute als Zuschuß zu dem neuen Todtenhofe an ihren Gemeinschaftsabfindungen kürzen lassen. Das besagt, daß die damaligen Landeigentümer - außer dem Köthner Nolte und den von Heimburgs, beziehungsweise von Hattorfs - jeder ein gleich großes Erbbegräbnis bekam, dazu gehörte auch die Schule."
Verfasser: Historischer Verein Lemmie e.V.
