Lemmie Evangelische Kapelle
Die alte Kapelle - ein ehrwürdiges Kleinod Lemmies - schrieb die Reporterin Jutta Görke im Juni 1972 unter ein Bild, daß in der H.A.Z. -Regionalbeilage West - veröffentlicht wurde. Wie recht sie hatte, denn die Kapelle ist nicht nur ein Kleinod, sondern auch der älteste Fachwerkbau des Dorfes Lemmie.
Sie ist erstmals 1681 urkundlich erwähnt im Lagebuch des Amtes Calenberg und darin steht unter Kirche: " Daselbst ist keine Kirche, sondern eine Capelle, ist Filia nach Gehrden und gehört dazu. "
Seit 1588 ist durch Visitationskontrolle die Existenz einer Kapelle bekannt und Kapellenrechnungen von 1593, 1596,1600 und 1604 geben kund von ihr.
Der bauliche Zustand des Gotteshauses zwang im Laufe der Jahre zu Renovierungen und Umbauten. Der Kapellenvorstand beschloß auf seiner Sitzung vom 30. Juli 1925 sogar die Kapelle abzureißen und ein neues Gotteshaus zu bauen " weil die Verantwortung für die Sicherheit der Besucher abzulehnen sei. " Gott sei Dank kam es nicht zu dem Abriß, denn der Provinzialkonservator der Provinz Hannover lehnte dieses ab und schrieb: " Der bauliche Zustand läßt in mancher Hinsicht zu wünschen übrig, die Ränder des Fachwerks sind aus dem Lot gewichen, daß war aber schon bei Erneuerung der Westwand. Trotz diese Mängel kann die Kapelle nicht als baufällig bezeichnet werden und so, wie sie im Dorfbild steht, würde ihr Verschwinden sehr zu bedauern sein."
Jahrhunderte mußte die kleine Kapellengemeinde ohne Musikinstrument auskommen, bis zwei Lemmier Bürger und der Kapellenvorsteher 1934 ein Harmonieum stifteten. Dieses Harmonium hat der Gemeinde bis 1973 treu gedient und wurde im gleichen Jahr ersetzt durch eine Orgel des Orgelbauers Eule aus Bautzen.
Die erste Kapellenuhr schaffte man 1840 an, deren Pflege und Reinigung übernahm der jeweilige Dorflehrer. Mittlerweile läuft die dritte Uhr vollautomatisch nachdem ihre Vorgängerin den Weg in das Stadtmuseum Gehrden gefunden hat.
Ludolf Siegfriedt goß im Jahre 1652 in Hannover die Lemmier Glocke. Sie überstand die Beschlagnahmeanordnung beider Weltkriege und ihr Klang ist zur Freude der Lemmier zu den Gottesdiensten und jeden Tag um 18 Uhr zu hören.
Der Altaraufsatz ist im Jahre 1468 von Dietrich Miersheber in Spottholtensen geschaffen und hat dort bis 1887 in der Kirche gestanden. Anläßlich der Renovierung und Umarbeiten der Holtenser Kirche hat man ihn mit Genehmigung des Superintendenten und des Kirchenvorstandes nach Lemmie ausgeliehen. Hier steht dieses sehenswerte Altarbild heute noch und wird wohl auch in der Kapelle bleiben.
Historischer Verein Lemmie e.V.
